„Straight/Curve“ - Redefining Body Image

Von Maria

Ein Film, der unter die Haut geht!

Nora Tschirners „Embrace“ führte dazu, dass wir im letzten Jahr über das Thema Body Positivity nachdachten und feststellen mussten, dass das Frauenbild, das uns die Medien vermitteln, fraglich ist und viel in den Köpfen der Frauen und Männer dieser Welt zerstört. Der englischsprachige Dokumentarfilm „Straight/Curve“, der am 21. Juni 2017 das erste Mal in den USA ausgestrahlt wurde, rollt dieses Thema erneut auf und zeigt unter anderem, unter welchem Figurdruck Plus-Size-Model Tess Holiday und Iskra Lawrence leiden müssen.

Der Film

Die Doku „Straight/Curve“ macht sich das Körperbild und die unrealistischen und zugleich gefährlichen Schönheitsstandards unserer Gesellschaft zum Thema. Wirklich spannend ist, dass der Film vor allem auf Bilder setzt, da unser Gehirn die sage und schreibe 60.000 Mal schneller verarbeitet als Wörter. Die Bilder zeigen, wie unrealistisch Schönheitsstandards sind, die unsere Gesellschaft so sehr beeinflussen. Mit unzähligen Vorher-Nachher-Bildern wird dem Zuschauer aufgezeigt, in welchem Maße die Retusche bei all den Hochglanz-Modebildern zum Einsatz kommt und was das in uns auslöst. Interviewt werden unter anderem Tess Holiday und Iskra Lawrence, die sich im Modebusiness durchaus behauptet haben und dennoch mit vielen Vorurteilen kämpfen. "Straight/Curve" will das negative Körperbild der Modeindustrie und das geringe Selbstwertgefühl vieler Frauen bekämpfen, indem man diesen Frauen und Teenagern eine Stimme gibt und mit ihnen über diese Voreingenommenheit und dem Körperkult spricht und diskutiert. Interessant sind auch die Macher des Filmes. Mit Jenny McQuaile als Produzentin war eine preisgekrönte Journalistin und Dokumentarfilmerin aus New York am Werk und das merkt man der Qualität des Filmes auch an. Die beiden anderen Produzentinnen sind Jessica Lewis, Model- und Image-Expertin mit starkem Fokus auf Frauen und Medien, und Yeal Melamede, die Mitbegründerin einer Produktionsfirma ist, die sich das Ziel gesetzt haben, Medien zu schaffen, die die Welt inspirieren, unterhalten und verändern.

Der Hintergrund

Unglaubliche 90 Prozent der Frauen und jungen Mädchen sagen, dass sie sich in der Modebranche oder in den Medien nicht ausreichend oder gar nicht repräsentiert fühlen und dass die Bilder, die jeden Tag über den Bildschirm flimmern oder auf großen Werbetafeln prangern, sie „eklig“ fühlen lassen. Das führt zu einem der größten öffentlichen Gesundheitsproblemen der USA. Der Film untersucht die Branchen und die Hindernisse, die für dieses Problem verantwortlich sind, und zeigt die Symbole unserer Zeit, die für Vielfalt kämpfen - egal ob es um die Größe, das Gewicht, das Alter oder die ethnische Zugehörigkeit geht.

Wenn Dich das Thema genauso begeistert wie uns und Du Lust hast, diesen Film zu schauen, dann hast Du hier die Möglichkeit dazu. Aber Achtung, Du musst ein Profil anlegen, das Du einen Monat kostenlos testen kannst. Ab diesem Monat ist EPIX kostenpflichtig. Dennoch ist der Film sehenswert und bringt unsere Figurprobleme erschreckend genau auf den Punkt.

Von Maria

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