Plus Size Models protestieren vor der London Fashion Week

Von Lea

Hayley Hasselhoff fordert mehr Plus Size Repräsentation

Obwohl sich schon einiges in der Modewelt hin zu Diversität und Inklusion zu tun scheint, was auch die diesjährige New York Fashion Week beweist, steckt diese Bewegung noch in Kinderschuhen und Size Zero Models sind noch immer die Norm auf den großen (insbesondere europäischen) Laufstegen dieser Welt. So auch auf der London Fashion Week 2018, die diesen Dienstag zuende ging.


Um für dieses Problem Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit zu schaffen, rief die englische Plus Size Marke 'Simply Be' zusammen mit dem Plus Size Model Hayley Hasselhoff zu einer Curvy Laufsteg Dessous Aktion auf den Straßen vor einer der London Fashion Week Locations mit vielen bekannten Gesichtern aus der Plus Size und Body Positivity Community auf. Laut Hayley Hasselhoff geht es ihr darum, ein positives Statement für mehr Diversität und Empowerment in der Fashion Industry zu setzen.

We wanted to celebrate diversity by showcasing our curves and let it be known that it’s about time for their to be a place for all in fashion. It was a movement to empower women to feel confident in their skin no matter what shape or size they are.

Einfach Werbeaktion oder doch wirklicher Protest

Unter den Frauen befinden sich Body Positivity Verfechterinnen Callie Thorpe und Megan Crabbe sowie die Plus Size Models Sonny Turner, CoCo Brown, Poppy Towers, Laura Goodwin sowie Eleanor Brooker. Die Aktion ist weder von Simply Be noch von Hayley Hasselhoff per se als Protestaktion gekennzeichnet, sondern wird viel mehr als eine neue Online-Bewegung durch das Hashtag #rulesrewritten getarnt und läuft unter dem neuen Werbeslogan von Simply Be 'We are Curves'. Durch die Statementjeansjacken und die hochgehaltenen Schilder mit Sprüchen wie 'Curves shouldn't mean compromisses' (Kurven sollten keinen Kompromiss bedeuten) und 'LFW - where are the curves?' (London Fashion Week - wo sind die Kurven?) ist es jedoch kein Wunder, dass die britische Presse die Aktion als 'großen' Protest deklariert. Dass die Frauen dabei alle die neuen Dessous der Marke tragen, scheint dabei eher nebensächlich.


Aktivismus und Protest in der Fashion Welt


Gegen diese Einschätzung der Aktion spricht sich Megan Crabbe dann auch ganz klar auf ihrem Instagram Account bodyposipanda aus und stellt klar, dass sie und ihre Mitstreiterinnen sich in einer durchaus priviligierten Position befinden und die Aktion einen 'Protest' zu nennen, den wirklichen Aktivistinnen nicht gerechte werde. Trotzdem betont sie, dass obgleich es sich lediglich um einen Fotoshoot eines erfolgreichen Plus Size Labels handele, die Aktion ihren Wert darin hat, dass sie eine Debatte im großen Stil über Models jenseits einer Size Zero lostritt. Diese Debatte ist sicherlich wichtig! Dass Diskriminierung in der Modeindustrie sich nicht nur auf Plus Size beschränkt, sondern auch andere Differenzen wie Hautfarbe, Alter und Behinderungen miteinschließt, sollten wir dabei aber auch bedenken. Nicht zu vergessen, dass sich auch innerhalb der Plus Size Modelindustrie nur langsam die Türen für Frauen jenseits der Konfektionsgröße 40 öffnen und bestimmte Körpertypen, vornehmlich Sanduhrfiguren, bevorzugt werden. Wie die britische Metro berichtet, kam genau aus diesem Grund auch das Label Simply Be erst kürzlich unter Beschuss. Die Marke zeigte in ihrer neuen 'We are Curves'-Kampagne nur einen Figurentyp und diesen auch nur bis zu einer Größe 40.


Die neue Werbeaktion für die Dessous Kollektion von Simply Be soll dabei wohl auch von der Kritik ablenken - Witzig, dass die Mehrheit der ausgewählten Models der Aktion jedoch auch wieder nur besagtem Schönheitsideal entspricht. Jede Frau egal welchen Alters, welcher Figur und welcher Herkunft sollte sich jedoch sexy fühlen! So hoffen wir, dass diese Aktion nur ein erster Schritt ist und die Fashionindustrie noch mehr für Repräsentanz von Diversität - auch bei Unterwäschemodels - tut. Außerdem wäre es natürlich wunderbar, wenn noch mehr Menschen Megan Crabbes Beispiel folgen würden, um auf Privilegien innerhalb der Modewelt aufmerksam zu machen und einen Wandel voranzutreiben.

Von Lea veröffentlicht vor 3 Monaten

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