Slow Food statt Fast Food.

Von Erik

Kannst Du eigentlich noch genießen?

Ein bis dato noch relativ unbekannter aber schon länger existierender Lebensstil wird immer mehr zur Grundeinstellung vieler ernährungsbewusster Menschen. Nach einer im Jahre 1986 gegen ein McDonald’s Restaurant stattgefundenen Demonstration wurde die weltweit aktive Non-Profit-Organisation Slow Food gegründet. Slow Food (englisch für “langsames Essen”) hat sich ihren Slogan “Für gute, saubere und faire Lebensmittel” zur Aufgabe und Mission für eine bessere Welt gemacht und steht dabei für Nachhaltigkeit, aber auch für genussvolles, bewusstes und regionales Essen. Die vom Vorsitzenden Carlo Petrini definierten Grundbegriffe “Buono, pulito e giusto - gut, sauber und fair” sind die Grundpfeiler der Philosophie und gelten nur in dessen gänzlichen Verbund als Slow Food.

Geschmack ist keine Geschmackssache!

Heute zählt Slow Food über 100.000 Mitglieder und 1 Million Unterstützer in 160 Ländern der Welt und bringt sich mit vielen verschiedene Initiativen für eine bewusste Ernährungsweise ein. Auch in Deutschland ist Slow Food seit 1992 heute mit circa 13.000 Mitgliedern in über 80 sogenannten Convivien (regionalen Gruppen) vertreten. Die Ziele sind dabei die selben wie in den anderen Ländern:

  • Der Genuss steht im Mittelpunkt, weil jeder Mensch ein Recht darauf hat
  • Qualität braucht Zeit
  • Die ökologische, regionale, sinnliche und ästhetische Qualität ist Voraussetzung für Genuss
  • Geschmack ist keine Geschmackssache, sondern eine historische, kulturelle, individuelle, soziale und ökonomische Dimension, über die durchaus gestritten werden soll


Mit diesen Eckpunkten will sich die Organisation gänzlich vom weit verbreiteten Fast Food distanzieren und das Verschwinden der lokalen Lebensmittel-Kultur und -Tradition aufhalten. Dies soll dadurch gelingen, indem in den Menschen wieder das Interesse geweckt wird, sich zu fragen, woher ihre täglichen Mahlzeiten eigentlich herkommen und wie sich die tägliche Wahl der Lebensmittel auf die Ernährungsgewohnheiten und Ressourcenverteilung in anderen Teilen der Erde auswirkt.

Woher kommen die Lebensmittel? Lebensmittelauswahl


Glanrind
Bild von Wikipedia. Urheber: Oudeís

Glanrind
Bild von Wikipedia. Urheber: Jörg Erich

Die Arche des Geschmacks

Für Letzteres hat Slow Food die Arche des Geschmacks ins Leben gerufen. Diese beinhaltet eine Liste mit gefährdeten Lebensmitteln, Pflanzensorten und Nutztierrassen, die aufgrund wirtschaftlichem und politischem Fehlverhalten gefährdet sind und so die Esskultur und die Produktion bestimmter Lebensmittel einschränken könnten. Zu den gefährdeten Lebensmitteln und Tieren gehören beispielsweise:

Um in der Arche gelistet zu sein, müssen bestimmte Punkte des Archemanifests erfüllt sein. Ziel ist es, den Erzeugern eine gewisse Öffentlichkeit zu verleihen, um den weiteren Fortbestand des entsprechenden Lebensmittels gewährleisten zu können. Kriterien, um in der Arche aufgenommen zu werden, sind:

  • Bedrohung in der Existenz
  • Einzigartige geschmackliche Qualität
  • Historische Bedeutung
  • Identitätsstiftender Charakter für eine Region
  • Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung einer Region
  • Tiere stammen aus artgerechter Haltung
  • Frei von gentechnischer Veränderung
  • Produkte sind käuflich erwerbbar

Von Erik veröffentlicht vor 6 Monaten

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