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Die sechste Finalistin von Big Brother 2020 Vanessa im Interview

Ein Artikel von   Christiane  christiane-seitz

Eine Big Sister zu Besuch bei Big Brother.

Was tut man nicht alles, um seinem Leben einen neuen Impuls zu geben. Vanessa entschied sich für das Schlaglicht der privaten Öffentlichkeit des BigBrother-Hauses, dieses nunmehr zwanzig Jahre währenden Sendeformats und durfte als sechste Finalistin das Haus wieder verlassen. Glück für uns, sonst könnten wir dieses Interview nicht abbilden. Natürlich sind Charisma, Kurven und Humor nicht die einzigen Merkmale, welche die 26-Jährige aus Schleswig-Holstein ausmachen. Wieso, weshalb und warum man sich auf Big Brother einlässt und was am Ende von der Entertainment-Wolke bleibt, erfahrt Ihr jetzt von ihr selbst.

Herzlich Willkommen Vanessa!

Du warst in der diesjährigen Big Brother 2020 Staffel und hast als sechste Finalistin das Haus verlassen. Wie ist es Dir seither ergangen?

Am Anfang war es schon ein wenig schwierig, aber es ging mir nie wirklich schlecht. Nennen wir es mal ein Wechselbad der Gefühle. Nach 100 Tagen ausnahmsloser Dauergesellschaft meiner Mitbewohner war die Umstellung auf das eigene Zuhause und der damit verbundenen Ruhe, gefühlt die letzte Challenge die es zu meistern galt. Vor meiner Teilnahme an BB würde ich mich als sehr ausgeglichen bezeichnen. Ich war und bin wahnsinnig gerne unter Menschen und trotzdem war es für mich nie ein Problem, auch mal allein zu sein. Ganz im Gegenteil: wenn die Arbeit es zugelassen hat, habe ich mir ganz bewusst Zeit für mich genommen und diese dann offline bei mir zuhause genossen. Sagen wir mal so: nach BB war die Balance zwischen "ich hätt's gern gesellig" und "ich wäre jetzt gern allein" vielleicht etwas gestört :-P Mittlerweile hat sich aber alles wieder eingependelt und ich bin total glücklich darüber, das Experiment BB gewagt zu haben.

Was hat Dich dazu bewogen, in dem Format mitzumachen? Sind Deine Erwartungen erfüllt worden?

Für Big Brother habe ich mich beworben, weil sich in meinem Leben schon wieder alles nach einem "Hamsterrad" angefühlt hat. Nicht falsch verstehen, ich mag mein Leben genauso wie meine Routinen. Aber wenn ich am Morgen bereits weiß, mit welchen Eindrücken vom Tag ich Abends wieder nach Hause komme, fange ich an mich zu fragen ob's das wirklich sein soll. An diesem Punkt angekommen, brauche ich dann einfach mal etwas, dass mich wieder wach rüttelt um mir zu zeigen, dass es im Leben noch mehr gibt als das, was ich bis dato kannte. 2017 habe ich aus dem selben Grund meine Koffer gepackt und bin für ein halbes Jahr nach Portugal gezogen und 2020 war's dann halt Big Brother.

Was war der peinlichste Moment? Was der lustigste?

Der Lustigste? - wurde nicht ausgestrahlt. Als ich im Blockhaus gemerkt habe, dass meine Chancen auf das goldene Finalticket ziemlich schlecht waren, habe ich just for fun so etwas gesagt wie "okay so langsam sollte ich mich mal nach ner Alternative umschauen. Mit den 100.000 Euro wird's wohl nichts", dann habe ich mir draußen einen Spaten gegriffen um mich im Garten als Goldgräberin zu versuchen. (Ja, Langeweile lässt dich auf die beknacktesten Ideen kommen). Wir kennen sie alle: DIE Big Brother Stimme. Wenn selbige dann im kompletten Haus ertönt um mitzuteilen: "Vanessa…Im Garten wird nicht nach Gold gegraben!", dann ist das Gelächter natürlich groß. Insbesondere für die Bewohner im Glashaus, welche nicht sehen konnten was ich im Blockhaus getrieben habe. Sie haben lediglich die Ansage gehört und sich wahrscheinlich gedacht, jetzt dreht die Braut wohl völlig durch. Wir haben herrlich gelacht.

Die Peinlichste? - Okay, zugegeben die Auswahl ist groß aber ich fand es schon ziemlich peinlich, als es mir in der Live-Show nicht gelingen wollte, einen am Popo meiner Mitbewohnerin befestigten Luftballon mit meinem Hüftschwung zum platzen zu bringen. Ich weiß nicht wie viele Anläufe ich gebraucht habe aber der Gedanke "Boden öffne dich" festigte sich mit jedem Versuch.

Hast Du noch Kontakt zu den anderen Bewohnern? Seht Ihr Euch oft?

Mit Ausnahme von drei oder vier Kandidaten habe ich mit allen meiner Mitbewohner nach wie vor Kontakt. Natürlich mal mehr mal weniger, aber immer wenn wir es schaffen uns alle zu treffen fühlt es sich direkt familiär an.

Erzähl uns noch etwas mehr über Dich, wofür schlägt Dein Herz, was sind Deine Träume?

Ich habe eine ziemlich kreative Ader und bin immer Feuer und Flamme für neue DIY Projekte, die ich zu Hause umsetzen kann. Vom Traumfänger bis zum selbstgebauten Bett. Es erfüllt mich, mich kreativ ausleben zu können.

Wo geht die Reise jetzt für Dich hin, was hast Du vor?

Das ist wohl auch die Frage, die mich momentan selbst am meisten beschäftigt. Ich denke darüber nach eine zweite Ausbildung als Raumausstatterin oder als Gestalterin für visuales Marketing zu absolvieren.

Wie ist der Umgang mit Deinem Körper und Deinen Kurven & wie hat dieser sich im Laufe Deines Lebens entwickelt?

Gewicht hat in meinem Leben schon immer eine spezielle Rolle gespielt. Bis zu meinem 20ten Lebensjahr habe ich mich wahnsinnig ungesund ernährt. Als dann mein Spitzengewicht von 110 kg erreicht war, musste sich für mich etwas ändern. Zum selben Zeitpunkt habe ich ein ziemlich traumatisches Ereignis unabhängig von meinem Gewicht durchstehen müssen, was Grund dafür war, dass ca. 25 kg ruckzuck verschwunden sind. Nachdem ich "seelisch" wieder auf der Höhe war, konnte ich das Gewicht dann auch erst einmal so halten. Trotzdem gibt es immer mal wieder Phasen(wie auch im BB Haus) in denen ich mehr oder Phasen in denen ich weniger wiege. Finde ich ehrlich gesagt aber auch nicht schlimm. Ich kenne mich ja und weiß, was jetzt gerade Grund für meine Zu- oder Abnahme ist und auch wenn ich gerade mal wieder etwas mehr als gewohnt wiege bin ich ja trotzdem fit und genau darum geht's doch eigentlich. Deshalb mache ich mir da heute gar nicht mehr so große Gedanken. Außerdem gibt es ja genügend Frauen, die sich nur zu gerne mit dem Gewicht anderer Frauen kritisch auseinandersetzen. Soll'n die sich doch meinen Kopf zerbrechen, während ich dabei bin, mein Leben zu celebrieren.

Was sind Deine Lieblingsmarken und Lieblings-Styles/-Schnitte?

Ich kann und will meinen Klamottenstil gar nicht so eingrenzen. Ich bin der Meinung, dass ein Outfit wahnsinnig viel über seinen Träger verrät. Und da ich alles andere als ein geradliniger Mensch bin, kann ich keinen Kleidungsstil als meinen "festen" Style bezeichnen. Mal Urban, mal Klassisch, mal Bunt… Je nach dem, was ich gerade verkörpern möchte und wonach ich mich fühle. Das spiegelt sich natürlich auch bei der Markenwahl wieder. No Name Kleidung ist bei mir genauso willkommen wie Brands. Hauptsache ich fühl es. Wahrscheinlich bin ich deshalb ein ziemlich großer Asos Fan. Hier finde ich einfach immer das passende.

Was hättest Du Dir früher als heranwachsende Frau für einen Rat gewünscht, bezogen auf den eigenen Körper, den Umgang mit Mode?

Ich habe früh gelernt auf meine eigenen Gedanken und Ideen zu hören. Das gleiche hätte ich mir auch im Bezug auf meinen Körper gewünscht. Mittlerweile weiß ich was ich meinem Körper zutrauen kann und wann ich mal ne Pause oder eine Veränderung brauche. Dieses Körpergefühl habe ich aber erst im Erwachsenenalter erlangt.

Wir danken Dir für dieses Interview und wünschen Dir weiterhin die Leichtigkeit des Lebens in vollem Umfang zu genießen!