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Das Problem mit den Kleidergrößen

Ein Artikel von   Lea  lea-tucholski

Warum passt es einfach nicht?

Kennt Ihr das Problem? Nie ist eine 48 dieselbe 48. Immer dürfen wir mehrere Größen anprobieren und beim Online-Shopping spitzt sich das Problem noch zu. Denn drei verschiedene Größen zu bestellen, ist weder für uns spaßig noch tun wir der Umwelt damit einen Gefallen. Wie wirken sich diese nervigen Unterschiede auf uns und unser Shopping Erlebnis aus? Und woher kommen sie eigentlich?

Die Auswirkungen von unpassenden Konfektionsgrößen

Auf dem Bild ist eine kurvige Frau mit blonden Locken in weißer Unterwäsche zu erkennen. Sie hält eine weiße Schneiderpuppe, die Teile ihres Körpers verdeckt, vor sich.

Die meisten Frauen insbesondere die mit größeren Größen durften schon Erfahrungen mit völlig unterschiedlichen Konfektionsgrößen machen – und meist keine guten. Immerhin dachten wir doch, Konfektionsgrößen wurden dafür erfunden, dass frau ihre Größe möglichst gut kennt und damit Kleidung nach festgelegter Größe shoppen kann. Konfektionsgrößen sollten dabei egal welchen Herstellers und welchen Landes einheitlich sein und das Einkaufen erleichtern.

Beim Plus Size Shopping kommt noch erschwerend dazu, dass der Einkauf vor Ort sowieso schon eine Tortur ist. Denn kaum ein Laden führt große Größen. So müssen Frauen mit Kurven oft aufs Online-Shopping ausweichen und hier führt die Uneinlichkeit der Konfektionsgrößen dazu, dass wir durch das unnötige Hin- und Herschicken von mehreren Größen unsere Umwelt belasten und erheblich CO2 produzieren.

Zwei junge Frauen mit weißen Oberteilen und unterschiedlicher Körperform schauen sich verspielt an.

Wir leben außerdem immer noch in einer Gesellschaft, in der das Dicksein stark negativ gesehen wird, sodass mit der Frage nach der Kleidergröße auch eine Wertung mitschwingt. So gibt es Marken, die sich mit ihrem Sortiment vor allem an junge Mädchen richten und bei denen auch schlanke Körperformen plötzlich eine L oder eine 42 tragen müssen. Teenager berichten davon, dass sie die Schilder rausschneiden, bevor sie das neue Kleidungsstück tragen, weil sie nicht wollen, dass ihre Klassenkameraden sehen, welche Größe sie tragen. Das triggert junge Menschen natürlich und trägt dazu bei, dass sie ein völlig verschobenes Selbstbild von sich haben und nicht selten eine Essstörung entwickeln.

Frauen mit Kurven brauchen es bei diesen Marken gar nicht erst versuchen. Nicht zuletzt, weil sich bei ihnen die Problematik der Körperform verschärft. So kann man als Plus Size Frau noch so viele unterschiedliche Größen anprobieren und keine passt, weil man eben keinen Normkörper hat. Auch hier schwingt die ganz banale Wertung mit: Du passt hier nicht rein!

Aber das Tabu, das diese Problematik lange umgab, wird endlich gebrochen. Im Zuge der Body Positivity Bewegung sprechen sich immer mehr Frauen insbesondere in den sozialen Medien dagegen aus.

Aufschrei in den sozialen Medien

Handy mit dem Bild einer Frau in rotem BH im Vordergrund, im Hintergrund verschwommen gezeigte Frau zu erkennen.

Die britische Studentin Lowri Byrne kritisierte beispielsweise H&M öffentlich auf deren Facebookseite. Sie bemängelt, dass sie dort stets 4 Kleidergrößen größer kaufen muss als bei anderen Marken. Ihr Post wurde hundertfach geteilt und kommentiert, denn viele Frauen kennen das Problem. Und das Problem setzt sich auch bei den 'Großen Größen' von H&M fort.

Ein anderes Beispiel ist eine Userin, die ein Bild postete, das eine ganze Reihe Jeans unterschiedlicher Marken zeigt, die alle in Größe 38 ausgewiesen sind. Der Clou – sie alle fallen sichtbar unterschiedlich aus. Wer soll da noch durchblicken? Tausende Male wurde ihr Tweet geteilt und er bekam über 20.000 Likes. Die Idee wiederholte sich zigfach mit anderen Kleidungsstücken, beinahe jede Frau kann von so einer Erfahrung berichten.

Die Plus-Size-Bloggerin Katie Sturino benannte gleich eine ganze Bewegung nach dem Phänomen. Sie postet regelmäßig Bilder von sich selbst in Kleidungsstücken beliebter Marken in den größten verfügbaren Größen, die ihr dennoch überhaupt nicht passen. Und genau das ist das Problem, denn wenn Größen wie XL und XXL nicht mehr passen, fühlt man sich natürlich ausgeschlossen aus dem Modegeschehen.

Unter dem Hashtag #makemysize posten seitdem tausende gefrustete Frauen und machen immer mehr deutlich: Konfektionsgrößen haben eigentlich überhaupt keine Relevanz. Sie sagen nichts über den individuellen Körper aus und sollten definitiv nicht die Macht haben, Maß an uns zu legen!

Positiv hervorzuheben ist darum auch der Fahrt aufnehmende Trend, dass immer mehr Labels das Licht der Modewelt entdecken, die sich auf Plus Size spezialisiert haben und versuchen, Größen mehr Flexibilität zu geben.

Gründe für unterschiedliche Größen bei Kleidungsstücken

Woher kommen also diese Unterschiede? In Deutschland gibt das Hohenstein Institut die Konfektionsgrößen vor. Diese Größen sind hierzulande recht verlässlich und bilden eine Bandbreite ab, die sich am durchschnittlichen Körperbau der deutschen Frau misst und ständig angepasst wird. Messungen finden in regelmäßigen Abständen statt und auf die daraus resultierende Größentabelle greifen alle deutschen Markenhersteller zurück.

Das Bild zeigt drei Frauen unterschiedlicher Haut Farbe und Konfektionsgröße in BHs.

Allerdings liegt hier eine „Kann-Norm“ zugrunde, was bedeutet, dass jeder Hersteller davon ausgehend auch ein wenig variieren kann. Jeder Hersteller kann also auf Grundlage dieser Norm seine ganz eigenen Größen bestimmen.

Die Gründe, nach denen Hersteller ihre Größen definieren, können vielfältig sein und sich auch gegenseitig beeinflussen. Die gängigsten haben wir für Dich einmal zusammengefasst:

  • Die Zielgruppe ist oft je Hersteller unterschiedlich. Sehr junge Frauen haben andere Proportionen als ältere – daran passen die Marken ihre Größen dann an. Auch der Stil unterscheidet sich je Zielgruppe, einige Labels bieten per se weitere Kleidungsstücke an, andere schmalere.

  • Einer der Hauptgründe für unterschiedliche Größen ist aber der internationale Modemarkt. Labels aus anderen Ländern nutzen Größentabellen als Grundlage, die an die eigenen Landsleute angepasst sind. Das sind oft ganz andere Maße als bei uns, auch der Durschnitt sieht in den USA beispielsweise ganz anders aus als in Deutschland oder Italien.

  • Weiterhin nehmen die normierten Maße keinen Bezug zu individuellen Körperformen, die eigentlich ganz normal sind: Jede Frau sieht anders aus. Die eine hat einen großen Po und einen kleinen Busen, die andere ist recht klein, die andere sehr groß. Auch wenn zwei Frauen genau die gleichen Maße haben, können sie völlig unterschiedliche Figuren mitbringen. Standardisierte Maße sind demnach nie ganz ausgereift und bringen immer Spielraum mit.

Keine dieser Gründe erklärt jedoch, warum so viele Marken ihre Konfektionsgrößen so klein definieren und hier nicht andere Möglichkeiten suchen, um ihre Passformen zu optimieren. So müssen wir uns wohl selber Abhilfe mit den folgenden Einkaufstipps schaffen.

Tipps zum Kleiderkauf

Bild zeigt Frau in weißer Bluse mit verschiedenen Shopping-Tüten.

Um Deine perfekte Größe zu finden, bedarf es also ein wenig Recherche und Mühe Deinerseits. Diese Tipps können Dir dabei helfen:

  • Maßnehmen: Miss Dich am besten einmal selbst von unten bis oben und von allen Seiten aus und notier Dir die Ergebnisse dort, wo Du sie immer schnell nachschlagen kannst. Das hilft vor allem beim Online-Shopping, denn oft gibt es extra Maßtabellen für das Label oder das jeweilige Kleidungsstück – da hilft das dann ungemein.

  • Umrechnen: Viele Labels bieten auch eigene Konfektionsrechner an, die Deine Maße in die entsprechenden Ländergrößen umrechnen. Italien oder Frankreich haben beispielsweise ganz andere Konfektionsgrößen als wir – willst Du Kleidung einer Marke aus dem Ausland kaufen, solltest Du Deine Größe dort kennen.

  • Mach Dich schlau: Nicht nur die Konfektionsgrößen unterscheiden sich in den Ländern, sondern auch die Passformen. So findest Du bei britischen Labels oftmals besser passende Kleidung, wenn Du eine eher kurvige Silhouette hast. Skandinavische Labels bieten hingegen gerader geschnittene und adrogynere Schnitte. Möchtest Du mehr über Passformen erfahren, können wir Dir sehr unsere Figurtyp-Beratung empfehlen.

  • Verlass Dich auf andere: Lies Dir zudem am besten immer auch die Bewertungen anderer Kundinnen durch. Daran kannst Du oft schon ganz gut ablesen, ob es angeraten ist, lieber eine Nummer größer oder kleiner zu bestellen. Um es anderen Kundinnen ebenso zu erleichtern, bietet es sich deshalb auch immer an, selbst eine Bewertung zu hinterlassen.

Wir hoffen, dass wir Dir etwas helfen konnten und sind guter Hoffnung, dass sich hier auch noch einiges tun wird. Es ist gut, dass über diese Probleme immer mehr gesprochen wird und auch wir von Wundercurves halten immer wieder Rücksprache mit unseren Partnern, um Dir Dein Einkaufserlebnis so einfach wie möglich zu machen. Gerne beraten wir Dich über unseren Kurvensupport auch gerne persönlich.

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